BSP014 War Porn

Fotos: Christoph Bangert


26. Oktober 2014

Korengal WithdrawalPress image for the book WAR PORN by Christoph Bangert, Kehrer, Heidelberg (May 2014); ISBN: 978-3868284973; http://warporn.christophbangert.com/“Fotografie ist eine Art sein Leben zu leben.”

Ohne diese Einstellung zu seiner Arbeit als Fotograf, würde Christoph Bangert wohl nicht von den Kriegsscchauplätzen dieser Welt berichten und sich selbst dieser Gefahr aussetzen. Er berichtete unter anderem im Auftrag der New York Times aus Irak, Afghanistan, war unter anderem in Darfur und im Gaza-Streifen.
Sein neuestes Buch “War Porn” hat für viel Aufregung gesorgt. Es zeigt die schonungslosen Bilder des Krieges, die sonst aussortiert werden. “Das Buch macht keinen Spaß für den Betrachter.”, sagt er. Zensur ist Press image for the book WAR PORN by Christoph Bangert, Kehrer, Heidelberg (May 2014); ISBN: 978-3868284973; http://warporn.christophbangert.com/das zentrale Thema der Publikation. Vom Fotografen, über die Redaktion bis zum Betrachter sind alle daran beteiligt das Bild von Kriegen und Elend, das wir zu sehen bekommen, einzuschränken. Christoph hat sein Foto-Archiv aus zehn Jahren ausgewertet um Bilder zu zeigen, die es in der täglichen Berichterstattung Press image for the book WAR PORN by Christoph Bangert, Kehrer, Heidelberg (May 2014); ISBN: 978-3868284973; http://warporn.christophbangert.com/nicht in die Öffentlichkeit geschafft haben – für einen Fotografen, der sich dem Leid der Menschen in diesen Regionen annimmt, jedoch der Alltag sind. Christoph erzählt von der Arbeit im Krieg und über die Herrausvorderungen an den Fotografen das Leid der Anderen abzubilden.

 

 

Webseite von Christoph Bangert
Das Buch “War Porn”
Trailer zu Restrepo von Tim Hetherington
Webseite von Anja Niedringhaus

BSP013 Professor Rolf Nobel

Fotos: Rolf Nobel / Daniel Pilar


15. Juni 2014

Studium Fotojournalismus an der Fachhochschule Hannover Fachbereich Design und Medien“Ich habe diesen Beruf immer als ein ganz großes Privileg verstanden.” Indien_Alang_Abwrackwerft_Arbeiter holen Schleppleine von russ Passagierschiff

Mehr als zwanzig Jahre reiste Rolf Nobel für Magazine durch die Welt. Mit seinen Bildern brachte er Geschichten in die Wohnzimmer derjenigen, die sie nicht erleben konnten. Die Begegnung mit Menschen und das Kennenlernen fremder Kulturen, um den eigenen Horizont zu erweitern, war ihm in seiner Zeit als Fotoreporter besonders wichtig. Die besten Bilder erhielt er dabei nicht durch Gier nach dem spektakulären Motiv, sondern durch Zurückhaltung und würdevoller Annäherung gegenüber der Menschen vor der Kamera, als Geschenk von eben diesen.Alang14 Cuba_nahe Havanna_in der Altstadt

Seine Erfahrungen gibt er heute an seine Studenten des Studiengangs Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover weiter. Der Studiengang ist der größte seiner Art in Deutschland und der einzige, an dem Fotojournalismus so konsequent gelehrt wird. “Fotografie ist kein Südafrika_Kapstadt_Gangsterliebchen mit den Waffen ihrer FreundeHexenwerk, das kann jeder lernen.” Dennoch erfordert der Beruf ein hohes Maß an Hingabe und “Stehaufmännchen-Qualitäten” um in einem immer schwierigerem Umfeld von sinkenden Honoraren und einer stetig wachsenden Zahl von teils amateurhaften Mitbewerbern zu bestehen.

Wenngleich ein Bild nicht mehr als 1000 Worte sagen kann, so kann es dem Betrachter Emotionen vermitteln und einer Geschichte Glaubwürdigkeit und Unmittelbarkeit abringen, wie es ein Text seltener zu erreichen vermag.

“Der Fotojournalismus war noch nie so gut, wie heute.”, sagt Rolf Nobel.

Webseite von Rolf Nobel
Studiengang Fotojournalismus an der HS Hannover
Andreas Altmann
Thomas Lekfeldt – A Star in the Sky
Anja Niedringhaus – Vortrag
Lumixfestival für jungen Fotojournalismus

BSP012 Toba Indianer

Fotos: Johannes Kühner


30. März 2014

Bunte Federn als Kopfschmuck, 02_MG_4622farbige Bemalungen im Gesicht und Namen wie “Weißer  Vogel” oder “Starker Bär” – Western-Filme und nicht zuletzt die Bücher von Karl May trugen zum Klischee-Bild der Indianer in unseren Köpfen bei.

Johannes Kühner war in Argentinien 20_MG_1567und fotografierte die Toba-Indianer im Norden des Landes. In einem riesigen Reservat leben die Indianer weitgehend isoliert von der argentinischen Bevölkerung. Ein ungestörtes Leben im Einklang mit der Natur in friedlicher Nachbarschaft mit anderen Stämmen der Toba ist jedoch eine Utopie aus vergangenen Jahrhunderten.

Mit der Kolonialisierung Argentiniens Indianer des Chaco: Erst wenn der letzte Baum gerodetdurch Spanien begann auch der Abstieg der Indianer-Stämme. Unterwerfung und Ausbeutung als 03_MG_2640billige Arbeitskräfte ohne Bürgerrechte waren die Folge. Die Probleme der Indianer dauern bis heute an. Durch politische Einflussnahme wurden die Stämme tief gespalten. Dabei wäre die Einigkeit der Indianer nötig um Versorgungsprobleme im Gran Chaco, dem nordargentinischen Trockenwald zu lösen.

Hilfslieferungen des Militärs und von Indianer des Chaco: Erst wenn der letzte Baum gerodetHilfsorganisationen versorgen die Toba mit den nötigsten Dingen zum Leben. Was fehlt, ist jedoch koordinierte Hilfe zur  Selbsthilfe um den Lebensstandart zu erhöhen und die Abhängigkeit vom Staat zu beenden. Johannes Kühner lebte neun Wochen bei den Indianern und bekam einen Einblick in das abgeschiedene Leben im Reservat. Er lernte, wie Mate ritualisiert getrunken wird und war bei der traditionellen Indianer des Chaco: Erst wenn der letzte Baum gerodetJagd mit Pfeil und Bogen dabei.

Webseite von Johannes Kühner

Toba-Indianer Wikipedia
Gran Chaco bei Wikipedia
World Press Photo 2014

Ich empfehle den Bildsprache-Podcast mit einem Podcatcher wie zum Beispiel Instacast oder Podcasts zu hören. Die Fotos, über die wir sprechen werden dort an der jeweiligen Stelle automatisch eingeblendet.

BSP011 Proteste in Kiew

Fotos: Alexander Körner


21. Februar 2014

Der Fotograf AViolence Escalates As Kiev Protests Continuelexander Körner reiste in diesem Jahr mehrfach nach Kiew um die Proteste der  Bevölkerung gegen die Regierung zu fotografieren. Für den Fotografen, der schon seit längerem für verschiedene Agenturen und Zeitungen arbeitet, war es nicht die erste Reise in ein Krisengebiet. In Afghanistan erlebte er bereits Beschuss. Doch seine Erlebnisse auf dem Maidan schätzte er Alex-1selbst als “schlimmer” ein.

Alexander reiste vier Mal in die Ukraine und hielt sich hauptsächlich innerhalb des verbarrikadierten Gebietes auf dem Maidan auf. Bei seinen ersten drei Reisen blieb die Lage angespannt aber relativ ruhig. Als die Situation Mitte Februar eskalierte, und es erste Tote auf Seiten der Demonstranten und Polizisten gab, entschied er kurzfristig Violence Escalates As Kiev Protests Continueerneut nach Kiew zu fliegen. Es herschten bereits heftige Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Die Regierung in der Ukraine rief einen “Anti-Terror-Einsatz” aus, und ordnete die Bewaffnung der Polizei an. Willkürlich wurde auf Demonstranten und Pressevertreter geschossen.

Alexander fotografierte unter Violence Escalates As Kiev Protests ContinueLebensgefahr die Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten. Vor seinen Augen starben zahlreiche Menschen durch Schussverletzungen. Das “Hotel Ukraina” bot ihm lange Zeit sichere Zuflucht. Plötzlich war die Hotel-Lobby ein notdürftiges Lazarett, in dem viele Menschen starben. Die Polizei schoss Violence Escalates As Kiev Protests Continuewillkürlich in die Fenster des Hotels.

Die Gemeinschaft der Fotografen vor Ort war für Alexander überlebenswichtig. Im Gegensatz zu alltäglichen Presseterminen ist es im Krisengebiet unabdingbar sich gegenseitig zu helfen. Die Sicherheitslage wurde immer unübersichtlicher. Mit Hilfe des Auswärtigen Amtes in Berlin reiste Alexander einen Tag früher ab als Violence Escalates As Kiev Protests Continuegeplant. Am gleichen Tag seiner Ankunft aus der Ukraine in Deutschland, erzählt mir Alexander seine Eindrücke vom Maidan.

Webseite von Alexander KörnerViolence Escalates As Kiev Protests Continue

BSP010 Funkschmerz

Fotos: Patrice Kunte

Funkschmerz_Web-8Es gibt nahezu keinen Fleck mehr in Deutschland an dem es keinen Handy-Empfang gibt.  Was für die einen ein Segen ist, ist für andere ein Fluch. Patrice Kunte spürte Menschen auf, die sich längst aus der Gesellschaft zurückgezogen haben, da sie Elektrohypersensibilität (EHS) Funkschmerz_Web-3haben. Funkschmerz_Web-6

Die Krankheit ist in Deutschland nicht anerkannt. Betroffene reagieren ganz unterschiedlichen auf Strahlungen wie zum Beispiel aus W-Lan-Netzen, Mobilfunk, Rundfunk und Fernsehen. Sie verlieren meistens einen Großteil ihrer gesellschaftlichen Beziehungen, da sie nicht selten als Spinner bezeichnet werden oder den Angehörigen und Nachbarn die Funkschmerz_Web-2Funkschmerz_Web-7Rücksichtsnahme zu anstregend ist.

Die einzige Möglichkeit die Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit zu lindern, besteht darin, sich teure Abschirmmaßnahmen in der Wohnung zu errichten, sowie Schutzanzüge zu tragen oder in einem Wohnwagen in einer verlassenen Gegend zu leben.

Patrice erzählt im Gespräch, wie er Zeuge eines Anfalls wurde und wie schwierig es zum Teil war, die Betroffenen ohne Mobiltelefon und Email zu erreichen, in einer Zeit in der wir es längst gewohnt sind, dass wir jeden beliebigen Menschen unmittelbar erreichen können.

Elektrohypersensibilität
Webseite von Patrice Kunte
Webseite von Ulrich Weiner (Betroffener)
Zeit-Artikel über EHSFunkschmerz_Web-1Funkschmerz_Hochformat

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BSP009 Russlands neue Verteidiger

Fotos: Philipp Jeske

Zastawa-9Tomaska Zastawa heißt übersetzt “Die Grenzwache von Tomsk”. Das ist der Name eines russischen Ferienlagers in Sibirien. In jedem Sommer verbringen bis zu 150 Kinder die traditionell sehr langen russischen Ferien dort. Philipp Jeske zeigt in seinen Fotos, dass das Zeltlager wenig mit einem Ferienlager zu tun hat, wie wir es kennen. Zastawa-1Zastawa-7Abseits der Stadt Tomsk, in einem Wald gelegen, lernen die Kinder was es heißt ein echter Russe zu sein. Traditionelle Spiele und Tänze zu kennen ist dabei ebenso wichtig wie die Geschichte des Landes zu ehren. Ein wesentlicher Teil umfasst die sportliche und militärische Ausbildung. Nach zwei Wochen können die Kinder mit Schusswaffen umgehen.und wissen, wie sie auch mit dem Messer einen Menschen töten können. Auf patriotische Linie gebracht werden die Teilnehmer von einem ehemaligen Soldaten und Verehrer der Zarenzeit sowie von Priestern der russisch-orthodoxen Kirche. Sie nehmen den Kindern die Beichte ab und vollziehen auf Wunsch die Taufe.Zastawa-8
Nicht alle Kinder halten den Drill durch, einige werden schon vorzeitig von ihren Eltern abgeholt.

Philipp Jeske wurde für diese Reportage mit dem diesjährigen VGH-Fotopreis ausgezeichnet. Er erhält 10.000 Euro sowie eine eigene Ausstellung in der VGH-Gallerie in Hannover.Zastawa-5

Mitglieder der Jury waren Ruth Eichhorn (Director of Photography/Geo), Ellen Dietrich (Leiterin Bildredaktion/DIE ZEIT), Andreas Trampe (Leiter Bildredaktion/stern), Christian Pohlert (Leiter Bildredaktion/F.A.Z.), Matthias Krug (Bildredaktion/DER SPIEGEL), Michael Thomas (Cheffotograf/HAZ) Zastawa-2und Rolf Nobel (Fotografieprofessor/ Hochschule Hannover). „Philipp Jeskes Arbeit über das patriotische Ferienlager ist hervorragend und in vielen unterschiedlichen Bildmustern fotografiert sowie gleichzeitig journalistisch aktuell“, so die einhellige Meinung der Jurymitglieder.

Philipp Jeske
VGH Fotopreis

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BSP008 Visa pour l´Image 2013

Fotos: Nico Herzog

OLYMPUS DIGITAL CAMERAZum 25. Mal fand in diesem Jahr im südfranzösischen Perpignan das internationale Festival für Fotojournalismus statt. Neben 23 Ausstellungen internationaler Fotoreportagen, welche in der ganzen Stadt verteilt sind, wird das Programm durch zahlreiche Vorträge renomierter Fotografen ergänzt.

Zu den Highlight gehörte in diesem OLYMPUS DIGITAL CAMERAJahr die Podiumsdiskussion einiger der größten Kriegsfotografen unserer Zeit, Don McCullin, David Douglas Duncan, John G. Morris, Juri Kozyrev und Patrick Chauvel. In mehr als 70 Jahren Krieg haben die zum Teil mitlerweile über 90-Jährigen wesentlich zum visuellen Gedächtnis an die Konflikte beigetragen. Dem entsprechend empfingen die Festivalbesucher die alten Herren mit OLYMPUS DIGITAL CAMERAstanding ovations.

Ebenso bewegend war der Vortrag von Jaoa Silva. Der Kriegsfotograf trat vor drei Jahren auf eine Landmine in Afghanistan und verlor beide Beine. In Perpignan wurde seine Arbeit in mehr als 20 Jahren Konfliktfotografie, durch eine Retrospektive gewürdigt.
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Während der Professional-Week ist Perpignan das Epizentrum des Fotojournalismus auf der Welt. Mehrere Tausend Fotografen, Bildredakteure und Journalisten sind anwesend um sich abseits der Ausstellungen zu treffen, zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Das Mittelmeer in unmittelbarer Nähe trägt zu einer unverwechselbaren Atmosphäre bei.

In einer entspannten Gesprächsrunde unter freiem Himmel diskutieren Linda Dreisen, Frederic Bozada und Nico Herzog in Perpignan über ausgewählte Ausstellungen, Vorträge, das Drumherum sowie über gute und schlechte Kriegsfotografie.

Visa pour l´Image
Majid Saeedi – Afghanistan
Artikel der New York Times über das Podium zur Kriegsfotografie
Jaoa Silva
Trailer “The Bang Bang Club”
Sebastiano Tomada
Goran Tomasevic – Reportage aus Aleppo
Andrea Star Reese – Mental Disorder in Indonesia
Sara Lewkovicz – Häusliche Gewalt
Darcy Padilla – The Julie Project

Linda Dreisen
Frederic M. Bozada

BSP007 Der letzte Tanz

Fotos: Insa C. Hagemann

Transition - the last dance“Wenn wir uns lieben sollten, war es Liebe. Wenn wir uns hassen sollten, war es Hass!”.

Karine Seneca führte ein Leben für die Bühne. Als Ballerina schaffte sie es an die Spitze und tanzte weltweit in renommierten Häusern. Als Teenager fing sie mit dem Tanzen an. Als Primaballerina hörte sie mit 41 Transiton  - Der letzte TanzJahren auf. Die Schmerzen in den Gelenken haben zugenommen. Die dauerhafte Trennung von der Familie wurde zunehmend zur Belastung.
Über die Zukunft nach der Bühne hat sie sich nie Gedanken macht. In ihrer Heimatstadt Cannes begann für sie vor einem Jahr die Suche nach einem neuen Leben nach der Karriere.

Transition - the last danceDie Fotografin Insa Cathérine Hagemann begleitete Karine von den Proben zu ihrer letzten Hauptrolle an der Staats-Oper Hannover bis in ihre Heimat nach Frankreich. Dabei tauchte sie tief in das Privatleben ihrer Protagonistin ein. Aus der beruflichen Beziehung wurde eine Freundschaft, die es der Fotografin ermöglichte auch Fotos zu machen, wo andere Transition - the last danceTransition - the last dancelängst die Tür hinter sich geschlossen hätten.

Die Reportage wurde im Stern (Ausgabe vom 4.07.2013) veröffentlicht. Insa Hagemann absolvierte während ihres Studiums ein Praktikum in der Bildredaktion des Magazins. Dass die Geschichte ihren Weg in den Stern gefunden hat, ist jedoch auch dem Relaunch des Magazins Anfang 2013 geschuldet, der Transiton  - Der letzte Tanzversprach näher dran am Menschen zu sein. Die Reportage von Insa ist ganz nah dran.

Webseite von Insa C. Hagemann
Multimeda-Slideshow über Karine
Hochschul-Projekt Madame Bovary
Prof. Lars Bauernschmitt
Eugene Smith – “Country Doctor”
 

BSP006 Der Stoff des Lebens

Fotos: Uwe H. Martin

Uwe H. Martin fotografierte auf vier baumwolle-5Kontinenten den Anbau von Baumwolle und die damit  verbundenen Auswirkungen auf Mensch und Natur. Nach sechs Jahren Arbeit an dem Projekt entstand somit ein zusammenhängendes Bild der globalen Verflechtung des Stoffes, der unser aller Leben berührt.Dying SeaDying Sea

Der Baumwollanbau in Zentral-Asien ist maßgeblich an der Austrocknung des Aralsees beteiligt. In Uszbekistan konnte Uwe nur als Tourist, mit Amateurkameras getarnt, arbeiten um nicht dem Geheimdienst aufzusitzen.
In Indien befand sich der Fotograf in der unangenehmen Situation auf den Selbstmord eines Baumwollbauern warten zu müssen. Abhängigkeiten von Geldverleihern und hohe Saatgutpreise ermöglichen dort kein erträgliches Leben durch den Ackerbau, weshalb sich tausende Bauern bereits das Leben genommen haben.
Die enormen Subventionen der Landwirtschaft in Nordamerika verzerren den Handel mit Baumwolle auf dem Weltmarkt.Killing Seeds
In Burkina Faso fotografierte Uwe den Bio-Anbau. Dort öffnete das Land jedoch auch als erste Nation das Tor für genmanipuliertes Saatgut von Monsanto.
Die maschinelle Zukunft der Landwirtschaft mit enormen Ausmaß in der Fläche und massivem Chemie-Einsatz fotografierte er in Brasilien.

Killing SeedsDer Lange Atem für die Arbeit an dem Essay hat sich trotz einiger Rückschläge für Uwe H. Martin ausgezahlt. Auf 17 Seiten wurden die Fotos in GEO 05/2013 veröffentlicht. Ergänzt wird die Print-Veröffentlichung durch sechs seiner Multimedia-Produktionen in der App des Magazins.

Tearsheets der Geo-Veröffentlichung
Multimedia-Film “Texas Blues”  baumwolle-9
Webseite von Uwe H. Martin

Geo-App bei iTunes (siehe Ausgabe 05/2013)

Ihr findet den Bildsprachepodcast auch auf Facebook, Twitter und ADN

BSP005 Meine Quelle

Fotos: Stefan Koch

04Stefan Koch fotografierte die Abwicklung des Versandhauses Quelle. In den ehemaligen  Hallen der Firma hielt er in Bildern fest, was die Mitarbeiter nach ihrer Kündigung hinterlassen haben. Es ist eine fotografische Spurensuche, bei der sich die ehemaligen Mitarbeiter noch in den leeren Hallen und Büros durch kleine Indizien finden lassen.

Der persönliche Bezug des Fotografen zum Thema spielte hier eine wichtige Rolle. Stefan arbeitete unter anderem bereits als Werbefotograf für den Quelle-Katalog, bevor er sein Studium für Dokumentarfotografie und Fotojournalismus in Hannover begann. Dass 03das in seiner Heimat angesiedelte Traditionsunternehmen eines Tages vor dem Aus stehen könnte, hätte er nie für möglich gehalten. So fotografierte er für diese Serie auch in den Räumen, in denen er selbst früher gearbeitet hatte.

Mit viel Aufwand bekam er Zugang zu sieben Standorten des einstigen Versandhauses und konnte in Bildern festhalten, wie das Unternehmen buchstäblich verschwand, kurz bevor auch die letzten Spuren beseitigt wurden. Dabei traf er auch ehemalige Mitarbeiter, die ihm ihre ganz eigene Quelle-Geschichte erzählten.
2006

Webseite des Fotoprojekts
Geschichte des Versandhauses
Video-Interview mit Stefan Koch auf Zeit-Online